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Gewandhaus Magazin Summer 2007
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Städte ziehen Straßenmusiker an vor allem aus einem Grund: der Freiheit des Musizierens. »Leipzig ist für Straßenmusiker heute die lieberalste Stadt Deutchlands«, sagt Xylophonspieler Alex Jacobowitz, 47, der in New York geboren und heute bei Jerusalem zu Hause ist. »Wir müssen uns nicht mit den Behörden streiten. Das ist Freiheit pur!« Der an der New-Yorker Musikhochschule ausgebildete Orchesterschlag- zeuger - seine Sporen verdiente er sich unter anderem in Jerusalem Symphony Orchestra - ist überzeugter Straßenakteur. Seit über 15 Jahren reist er mit seinem auf der Straße exotisch wirkenden Instrument - drei Meter misst das Xylophon und wiegt 120 Kilogramm - durch die Großstädte Europas. Als perfekter Vermarkter der eigenen Person wird er nicht müde, seine Botschaft zu verkünden: »Menschlichkeit, Verständigung und Toleranz sowie die Schönheit der Musik mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen.« Er gilt inzwischen unter seinesgleichen als der Routinier und Profi. »Der Alex, der hat die Kurve raus«, sagen seine Kollegen und wechseln den Platz, wenn sie ohn von weitem hören, denn Alex Jacobowitz zieht die Leute ab und magnetisch an. Seine Show auf dem Asphalt ist eine perfekte Inszenierung. Kaum einer versteht es, so charismatisch mit dem Publikum in einen Dialog zu treten. Das Rezept lautet: New-Yorker Straßenshow in Verbindung mit europäischer Kunstmusik. Das bedeutet, Ansprache an die Zuhörer, augenkontakt zu ihnen halten, Humor.
Wenn der bärtige Musiker virtuos die vier Schlegel tanzen lässt, sei es in Schumanns »Träumerei« oder Beethovens »Mondscheinsonate«, ist er blitzschnell von einer Menschentraube umringt. Ganz neu und leicht klingen plötzlich die klassischen Ohrwürmer. In 30 Ländern der Erde verzauberte er so bisher seine Zuhörer. Beim Leipziger Bachfest jetzt im Juni wird er wieder dabei sein. |
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